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Michael Shermers Skeptiker-Leitfaden als
Mittel stets Recht zu behalten |
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Der Vorsitzende der „Skeptics Society“ in den USA,
Michael Shermer, veröffentlichte einen Leitfaden für „Skeptiker“ zur
Anwendung in Diskussionen mit Andersdenkenden („Ten Questions for
Baloney Detection“). Ich habe festgestellt, dass Shermers „10
Gebote“ ein äußerst nützliches Instrument sind, um in Diskussionen
immer Recht zu behalten. Hier einige - ironisch gemeinte - Hinweise zur
Anwendung: 1. How reliable is the source of
the claim? Wenn jemand etwas Ungewöhnliches
behauptet, stelle ich seine Kompetenz in Frage. Sollte er Studien als
Belege anführen, zweifle an der Methodik. Standardargumente sind: zu
wenig Probanden, unentdeckte Moderatorvariablen (die du nicht kennen
musst, die aber immer da sein können). Falls ein Effekt nachgewiesen
wird: erkläre ihn für unbedeutend klein. Falls das nicht überzeugt,
fordere ständig weitere Studien. Hilft auch das nichts, kannst du
behaupten, der Para/Pseudowissenschaftler habe auch keine ordentliche
Theorie, um den Effekt zu erklären. Bringe deine Gegner in Zugzwang und
weise ständig auf die fehlende Theorie hin. 2.
Does this source often make similar claims? Falls du die Quelle schon für unseriös
erklärt hast (Punkt 1) ist das kein Problem, die Quelle ist eben
starrsinnig oder uneinsichtig. Falls die Quelle jedoch deine eigene
Position stärkt, betone die Konsistenz der ähnlichen Aussagen. 3.
Have the claims been verified by another source? Für andere Quellen kannst du das zu
den Punkten 1 und 2 gesagte anwenden. 4.
How does this fit with what we know about the world and how it works? Eigentlich die Ausgangsfrage: Passen die Behauptungen in dein Weltbild, übernimm sie und lass gut sein. Passen sie nicht, suche mit allen Mitteln nach Fehlern. 5.
Has anyone gone out of their way to disprove the claim, or has only
confirmatory evidence been sought? Falls jemand deiner Forderung nachkommt und weitere Studien/Quellen zur Unterstützung der unerwünschten Behauptung liefert: Erkläre dies mit der Bestätigungstendenz. Verweise auf den „Schubladen-Effekt“, wonach deine Gegner angeblich Untersuchungsergebnisse, die ihnen nicht passen, in der Schublade verschwinden lassen. (Du musst die „Schubladen“ nicht gesehen haben.) |
6.
Does the preponderance of evidence converge to the Claimant’s conclusion,
or a different one? 7.
Is the claimant employing the accepted rules of reason and tools of
research, or have these been abandoned in favor of others that lead to the
desired conclusion? Weise darauf hin, dass dein Gegner die Regeln der Logik falsch anwendet. Besser und subtiler: Greife nicht seine Schlussfolgerungen an (die können richtig abgeleitet sein), sondern bekämpfe seine Prämissen. 8.
Has the claimant provided a different explanation for the observed
phenomena, or is it strictly a process of denying the existing explanation? Du selbst hast das Recht und die Pflicht, alle unerwünschten Behauptungen im Namen von Vernunft und Wissenschaft zu bekämpfen. Bei deinen Gegnern ist dies jedoch der Beweis für Irrationalität, Wissenschafts-Analphabetismus und Zeichen von Verblendung. 9.
If the claimant has proffered a new explanation, does it account for as
many phenomena as the old explanation? Es gibt nie alternative Erklärungen, es gibt nur deine oder welche, die noch strengeren Anforderungen in deinem Sinne genügen. Verwende Occam’s Kettensäge (die ontologische Weiterentwicklung des Rasiermessers): Was nichts zur Erklärung beiträgt, existiert nicht. 10.
Do the claimants’ personal beliefs and biases drive the
conclusions or vice versa? Persönliche Überzeugungen und die daraus entstehenden Verzerrungen und Täuschungen sind das Hauptproblem deiner Gegner. Wese so oft es geht darauf hin. Du selbst bist neutral, unvoreingenommen, frei von persönlichen Gefühlen und stets nur von echtem Interesse an der Sache geleitet. |
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